Anders, als ihr Name vermuten lässt, ist Hyaluronsäure (von griechisch „hyalos“ = gläsern) ein Naturprodukt. Hyaluronsäure ist im Bindegewebe der Haut jedes Menschen enthalten. Die Haut ist das größte Organ unseres Körpers, und rund 50% der Hyaluronsäure befinden sich hier.
Collagen und Hyaluronsäure halten die Strukturen in den unterschiedlichen Hautschichten aufrecht. Collagen sorgt für die Festigkeit der Haut, Hyaluronsäure versorgt sie mit Feuchtigkeit und Nährstoffen. Sie hält das Collagen feucht und elastisch, und kann sogar freie Radikale abfangen. Je jünger die Haut ist, desto höher ist die Konzentration von Hyaluron, wobei jedes Gramm Hayaluron bis zu sechs Liter Wasser binden kann. Mit zunehmendem Alter jedoch nimmt die Hyaluronkonzentration ab – und damit auch die Fähigkeit der Haut, Feuchtigkeit zu speichern. In der Folge wird die Haut trockener und kann sich immer weniger selbst regenerieren. Hier sollen Anti-Aging Cremes mit Hyaluron Abhilfe schaffen. Feuchtigkeit spendende Cremes mit Hyaluron findet man darüber hinaus unter Augengelen, Hand- und Körperlotionen sowie Reinigungsprodukten. Besonders hoch konzentriert ist die Menge an Hyaluronsäue in Gesichtsmasken und Seren.
Hyaluronsäurepräparate sind ein beliebtes Mittel in der ästhetischen Medizin: Sie werden u.a. zur Unterspritzung von Falten, zum Modellieren der Lippen oder zur Hautauffrischung verwendet. Der Effekt hält etwa 6-12 Monate an. Da Hyaluronsäure vom eigenen Körper produziert wird, spricht man in diesem Zusammenhang auch von Bioimplantaten.
Auch in der klassischen Medizin kommt Hyaluronsäure zum Einsatz: So werden Hyaluron-Injektionen zur Linderung von Arthroseschmerzen eingesetzt. Wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit von Hyaluronsäure bleiben jedoch bislang aus. Daher werden die Kosten für diese Injektionen derzeit nicht von den Krankenkassen übernommen.