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Immer mehr, immer schneller, immer besser: Ständig versuchen wir, uns zu verbessern. Dabei kommen Freizeit und Ruhe zu kurz, Entspannung fällt schwer – damit ist jetzt Schluss
Menschen brauchen Erholung, um dem gestiegenen Leistungsdruck Stand zu halten und neue Energie zu sammeln. Doch zwischen all den unerledigten Aufgaben und dem ständig klingelnden Handy ist keine Zeit für lange Auszeiten. Stattdessen soll eine rasche und effektive Entspannungsmethode her. „Vor allem, wer viel Stress ausgesetzt ist, möchte sich an den freien Tagen möglichst schnell und gut erholen“, bestätigt Michael Altewischer, Geschäftsührer von den Wellness-Hotels & Resorts (wellnesshotels-resorts.de). Das Problem sei aber, dass die wenigsten Menschen wüssten, was ihnen gut tut und welche Methode bei ihnen für Entspannung sorgten.
Yoga, Hobbymalerei oder Joggen – Erholung ist vom jeweiligen Menschentyp abhängig. Grundsätzlich empfiehlt der Wellness-Experte, Entspannungsmethoden zu wählen, die im Gegensatz zur Alltagsroutine stehen. Wer etwa den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt, für den bringt Bewegung einen gelungenen Ausgleich. „Generell wird Sport häufig unterschätzt. Den ganzen Tag im Liegestuhl zu dösen ist wenig zielführend“, erklärt Altewischer. Denn Bewegung hilft dabei, Stress abzubauen, körperliche Regenerationsprozesse zu fördern und so für Wohlbefinden zu sorgen. Diese Form der Entspannung durch Sport klappt aber nur dann, wenn kein Leistungsdruck besteht. Den eigenen Sprintrekord zu übertreffen oder für den nächsten Marathon zu trainieren ist also kontraproduktiv. Wählen Sie stattdessen eine Sportart, die Ihnen Spaß macht und allen Stress vergessen lässt. Ein paar Runden um den Block walken oder laufen, mit dem Rad in den Wald fahren oder im Schwimmbad einige Bahnen ziehen – finden Sie heraus, was Ihnen beim Stressabbau hilft. Nach der wohltuenden Anstrengung dürfen Sie sich entspannt mit einer Tasse wärmenden Tee auf das Sofa lümmeln. „Es ist wichtig, eine Balance zwischen passiver Entspannung und Aktivität zu finden“, erklärt Altewischer. „Erst eine Yoga-Stunde im Freien und sich dann bei einer Massage verwöhnen zu lassen, ist zum Beispiel eine perfekte Kombination“.

Zurück zur Gegensätzlichkeit: Wer ständig für andere sorgt, der sollte sich in der Erholungsphase selbst etwas richtig Gutes tun: Ob eine Massage oder ein Wochenende im Wellneshotel – das bleibt den eigenen Bedürfnissen überlassen. Ein kurzer Wellnesstrip bringt grundsätzlich den Vorteil, dass außerhalb der eigenen vier Wände, weit weg von allen Pflichten, reflektiert werden kann, was einem wirklich gut tut. Dort können Sie sich auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist: Das eigene Wohlergehen und tiefe Entspannung – und wie Sie diese erreicht. Denn das ist von Mensch zu Mensch verschieden – und kann nur durch Ausprobieren herausgefunden werden.
Eine tolle Möglichkeit für alle, zu entspannen, sieht der Experte in der Natur. „Unverfälschte, echte Erlebnisse in und mit der Natur erlauben uns, einfach wir selbst zu sein. Wer etwa achtsam über eine Wiese geht, die Erde unter den Füßen fühlt und das frische Gras riecht, der merkt, wie schnell der Alltagsstress verfliegt. Studien belegen, dass schon fünf Minuten im Grünen das Stresslevel deutlich absenken. Das erkennen immer mehr Menschen. Sie fühlen, wie gut es tut, wieder Kontakt zur Natur und ihren Heilkräften aufzunehmen.“ Dieses Beispiel verdeutlicht, dass es nicht der dreiwöchige Urlaub sein muss, um zu neuen Kräften zu kommen, sondern dass auch kleine Ausflüge in die Natur, wie etwa ein Spaziergang in den nächst gelegenen Wald für Erholung sorgen kann.
Von einem einzigen, großen Fernurlaub im Jahr raten inzwischen generell viele Entspannungsexperten ab. Eine Studie um die Psychologin Dr. Verena C. Hahn etwa ergab, dass regelmäßige, auf das Jahr verteilte Kurzurlaube wirkungsvoller und erholsamer sind als ein langer Urlaub. Und: Auch Entspannungsübungen im Alltag können für tiefe Erholung zu sorgen. Ob Autogenes Training, Entspannung nach Jakobson, eine Zeichenstunde oder der Spaziergang an der frischen Luft: All das wirkt sich nachweislich positiv auf den Körper aus. Meditation oder Yoga benötigen zwar etwas mehr Aufwand im Erlernen und Ausüben, sorgen aber ebenfalls effektiv für Entspannung.