„Noch nie fand ich die Wellnessbranche so spannend wie heute. Vieles, was wir voraussahen, kommt jetzt zum Tragen. Und interessante neue Ideen sind in Sicht.“ Mit diesen begeisterten Worten leitet Susie Ellis den neuen, elften Trend-Report des US-Portals „SpaFinder Wellness“ ein. Die Prognosen sind zwar teils von US-amerikanischer Sicht bestimmt, geben aber auch für unsere Breiten Impulse. Uns freut besonders, dass viele der genannten Trends von den Wellness-Hotels & Resorts schon seit ein bis zwei Jahren besetzt werden. So nennt Susie Ellis die Achtsamkeit, unser Fokusthema 2013, als übergeordnetes Thema für 2014. Hier die zehn Trends in Kurzfassung:
1. Gesundheits-Hotels
Bereits 2013 vollzogen viele Hotels im Wellness-Sektor eine Neupositionierung, und auch in den nächsten Monaten wird sich diese Entwicklung fortsetzen. Denn gefragt sind Hotels, die sich nicht allein aus Marketinggründen der Gesundheit ihrer Gäste und ihrer Umwelt verschrieben haben, sondern profunde, umfassende, vielseitige und inspirierende Programme anbieten. Das können am besten Häuser leisten, die sich vom austauschbaren Standard abheben und regionale Besonderheiten mit einbeziehen.
2. Wellness vernetzt
Auch wenn technische Geräte wie Smartphones, Tablets und Computer auf den ersten Blick unvereinbar mit Wellness scheinen, können diese doch zu Wellness-Tools werden. „Wired Wellness“, wie die Amerikaner sagen, wird 2014 eine wichtige Rolle für die Gesunderhaltung und Fitness übernehmen und auch bei der Senkung der steigenden Kosten im Gesundheitssystem helfen: mit zahllosen bereits existierenden Fitness-Apps ebenso wie z.B. mit „smarter“ Kleidung, die Daten wie unsere Schlafphasen aufzeichnet oder mit Online- Kursen.
Auch die Wellness-Hotels & Resorts geben in diesem Jahr ein klares Statement zum Thema Selbstoptimierung (‚Self Design’): Wir legen dabei Wert auf den ‚achtsamen’ Umgang mit Körper, Geist und Seele und möglichst wenig Fremdbestimmung durch Tools und Messgeräte.
3. Heiße Quellen
Bäder und Thermalquellen gehören zu den ältesten Gesundheits–Anwendungen der Welt (Beispiel: römische Bäder) – und werden auch 2014 top aktuell sein. Da Thermalquellen in fast allen Regionen der Welt zu finden sind, gibt es Hunderte von neuen und spannenden Projekten rund um die heißen Quellen.
4. Schwerelos schweben
Sich von der Schwere der Welt lösen: Intuitiv suchen viele Menschen in ihrem komplett vernetzten, von Burnout bedrohten Leben nach Möglichkeiten, sich mental und physisch von der Schwerkraft zu befreien. „Floating“ ist ein Trend, der daraus entsteht. Er zeigt sich in der Zunahme von Schwebetanks, -kammern und -pools in vielen Spas und auch bei aktuellen Fitness-Trends. So wächst die Begeisterung für Kurse wie das Anti-Gravity-Yoga (www.antigravityfitness.com), bei dem Yoga-Übungen in Bändern schwebend durchgeführt werden. Neue Geräte wie z. B. Anti-Schwerkraft-Laufbänder sind im Kommen.
Kommentar: Die Floating Hardware ist in Europa seit Beginn des zweiten Jahrtausends im Einsatz. Nun scheint sie den Sprung in die Staaten geschafft zu haben.
5. Fitness extrem
„Ferocious Fitness“ (=„Grausame/Wilde Fitness“) nennt der Spa-Finder diesen Trend, bei dem es richtig heftig zur Sache geht. Er zeigt sich in rapide steigenden Teilnehmerzahlen bei Extremsport-Veranstaltungen, bei denen z.B. während eines Marathons auch eiskalte Bäche durchquert und Hindernisse überwunden werden sowie in besonders intensiven Trainings, die eine möglichst schnelle Wirkung erzielen sollen. Wichtig trotz aller Quälerei ist aber immer, dass der Spaß nicht zu kurz kommt und der Sport zum sozialen Erlebnis wird.
6. Natürlichkeit und Social Media
„Selfies“ = Selbstportraits, mit denen sich Nutzer in sozialen Netzwerken in jeder Lebenslage selbst präsentieren, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und Verbreitung. Dabei geht es darum, sich authentisch darzustellen, also oft ohne Make-up und gestylte Frisuren, dabei aber gut auszusehen. So wird die Ära der künstlichen Schönheit verlassen und sich der natürlichen, unverfälschten Schönheit zugewandt. Risikoarme High-Tech-Methoden und Bioprodukte stehen hoch im Kurs.
7. Aromatherapie: Die Kraft der Düfte
Düfte werden in der Spa-Industrie schon länger eingesetzt. Doch da inzwischen die Aromatherapie bei der Behandlung von Schmerzen, Depressionen, Schlaflosigkeit etc. eine immer größere Rolle spielt, gestalten viele Spas ihre entsprechenden Anwendungen nicht mehr nur wohltuend, sondern stimmen diese vielmehr individuell auf die Bedürfnisse der Gäste ab. 2014 werden sich daher die Bemühungen um eine Aromatherapie, die bestimmte gesundheitsorientierte Ziele verfolgt, verstärken.
8. Anspruchsvolle Wellness-Retreats – auch in Stadtnähe
Eine weitere Entwicklung sind Wellness-Retreats, bei denen der ganzheitliche Ansatz der Wellness-Philosophie im Fokus steht, um Veränderungen des Lebensstils zu bewirken. So positioniert sich zum Beispiel das Miraval Spa in Arizona/USA (www.miravalresorts.com), in dem Persönlichkeits-Coaches und Ärzte zum festen Team gehören. Auch das VANA Spa in Indien konzentriert sich auf den ganzheitlichen Wellness-Ansatz (www.vanaretreats.com). Eine Strategie, die zum Beispiel der Lanser Hof schon seit längerer Zeit verfolgt (www.lanserhof.com). Mit dem Day Spa Lans Medicum in Hamburg hat das Unternehmen außerdem eine Wellnessoase im urbanen Umfeld eröffnet, laut SpaFinder ein weiterer Zukunftstrend.
9. Spas als Begleiter durchs Leben
Zum Thema Spa fallen vielen Menschen spontan die folgenden Dinge ein: Gesundheit stärken, verwöhnt werden, gut aussehen. Doch die Generation der Baby-Boomer, lange Zeit demografisch gesehen die größte Gruppe der Spa-Gäste, denkt jetzt allmählich über das Alter nach. Hier können Spas helfen, mit den Veränderungen des Lebens besser zurechtzukommen. Gleichzeitig bieten manche Krankenhäuser Spa-Angebote an bzw. Spas werden zu Einrichtungen für betreutes Wohnen und weisen Wohnkonzepte auf, die einer alternden Bevölkerung ein eigenständiges Leben ermöglichen.
10. Außergewöhnliche Spa- und Wellness-Destinationen
Beim Wort Wellnessurlaub fallen den Autoren des SpaFinder sofort Italien, Thailand oder die Karibik ein. Aber passionierte Spa-Gäste und Wellnessfans suchen neuerdings auch nach exotischeren und ursprünglicheren Zielen. Es zeigt sich eine Nachfrage nach noch unbekannten Wellnessorten abseits der normalen Hotspots. Dort erwartet der Gast authentische Impulse, die ihren Ursprung in einheimischen Gegebenheiten und Traditionen haben. Reiseziele, wohl eher für US-Amerikaner, können 2014 z.B. Bhutan, Ghana und Nicaragua sein.
Der komplette 75-seitigen Trend-Report 2014 (in Englisch) kann hier heruntergeladen werden.






